Aufbruch an der Ahr

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00:00:14: Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer zum Podcast des Deutschen Weininstituts.

00:00:20: Mit mir Lena Torres-König und dem Kollegen Andreas Kauhl.

00:00:24: Hallo Andreas!

00:00:26: Hallo Lena!

00:00:27: Was haben wir denn heute als Thema geplant?

00:00:29: Als Thema haben wir geplant Aufbruch an der

00:00:33: A

00:00:34: five Jahre nach der Flut.

00:00:36: Andreas für unsere Zuhäuerinnen und zuhörern nochmal ganz kurz die A als solcher Begriff ist ein Anbaugebiet Und hat natürlich ihre Besonderheiten.

00:00:46: Kannst du uns da nochmal ein bisschen mitnehmen, erzählen wir mal?

00:00:48: Also rein weinbaulich ist ja auf Rotweins speziale oder Rotwein-Sorten.

00:00:53: Spätburgunder ist da dominant.

00:00:55: Die A ist ein Fluss der in den Rheinen mündet bei Sintzig und unser Gesprächspartner nachher, der hat das ganz anschaulich beschrieben.

00:01:03: Alles was in der Eifel irgendwie runterregnet läuft über Englischbächer und Nebenflüsse in die A. Von dort aus geht es dann in Reihen.

00:01:10: Das heißt, damals in der Nacht als die Flut kam hat sehr viel geregnet auch schon am Vortag, am vierzehnten Juli bei der Eifel.

00:01:19: Die Regenwolken sind einfach hängen geblieben und alles Wasser was da runterkam, kam dann an letzter Konsequenz irgendwann in die A und entsprechend hat das das enge Flussteil zum Überlaufen gebracht im wahrsten Sinne des Wortes

00:01:33: Genau.

00:01:33: man muss sich das noch mal so ein bisschen bildlich vorstellen jemand er noch nicht da war.

00:01:37: Es ist im Prinzip Wie so ein schluchtartiger Canyon kann man schon fast sagen.

00:01:41: Die A als solches ist jetzt kein reißerischer Fluss, also da findet jetzt keine Verkehrsschifffahrt oder sowas statt.

00:01:47: und dann heißt er echt links und rechts teilweise super steile Weinbergslagen die natürlich für geile Qualitäten sorgt.

00:01:54: aber man kann sich dann vorstellen wenn von einer Seite anfängt dass eine unerwartete Menge an Wasser auf einmal reinströmt das dann so einen kleiner Minifluß extrem schnell sich halt ausbreitet und dann total unerwartet solches Ausmaß annimmt, dass alle einfach erschrocken waren.

00:02:14: Und keiner damit gerechnet hat in dem Moment.

00:02:18: Daher meine Frage an dich erinnerst du dich?

00:02:20: Vor fünf Jahren sind wir mit Eimern, Handschuhen schaufeln und Arbeitsklamotten vom DVI hoch an die A gepilgert.

00:02:31: Wir hatten auf jeden Fall das Gefühl, dass wir als Deutsches Weihinstitut Menschen, die wir ja auch hier arbeiten.

00:02:39: Dass wir da irgendwie uns einsetzen wollen und Hilfe anbieten.

00:02:43: Und so haben wir das auch gemacht sind hier mit Mitfahrgelegenheiten hochgefahren, haben uns organisiert.

00:02:49: und was haben wir da gesehen?

00:02:53: Ein sehr eindrückliche Bilder, die Wir gesehen haben beeindruckend im negativen Sinne aber vielleicht noch mal vorweg.

00:02:59: am vierzehnten beziehungsweise fünfzehnten Juli zwanzig für alle, die das jetzt nicht aktuell auf dem Schirm haben hat eine Flutkatastrophe das Ahrtal heimgesucht und viele Menschen völlig unerwartet getroffen.

00:03:13: Hundertdreißig Menschen sind dabei ins Leben gekommen, viele haben ihre Existenz verloren.

00:03:19: aber das Ganze hat durchaus auch gezeigt wie groß der Zusammenhalt und die Solidarität sein kann.

00:03:26: sehr viele Menschen kamen zum helfen ja wir waren auch vor Ort und haben geholfen.

00:03:30: Wie hast du es wahrgenommen damals?

00:03:31: Also was bei mir denn geblieben ist?

00:03:33: Wir kommen da an.

00:03:35: erstmal Man kann ja gar nicht hingefahren, richtig.

00:03:38: Weil alle Straßen, alle Zugänge alles was zerstört.

00:03:43: also muss man runter laufen in Stahl weil auch brutal heiß.

00:03:45: wenn du Glück hast ist so ein Helferkonvoi vorbeigefahren dass sie dich schnell mit auf die Ladefläche geschmissen und unten im Ort bis dann einfach mal musste auch keinen kennen bis einfach zum nächsten Haus oder in unserem Fall dann zum Weimau Betrieb Und hast gesagt hier wir sind Helfende hände setzt uns ein macht.

00:04:03: Wo könnt ihr uns gebrauchen?

00:04:05: Ich find die Bilder, die lassen mich da nicht los.

00:04:08: Das war wie im Film umgedrehte Autos.

00:04:11: Es gab gar keine Straßen mehr, dicke Schlammschichten, kaputte Häuser, zerfallene Häuser... Was man sich so vorstellt alles was Nicht-Nägelfest war Mülltonn, Bänke Lkw Traktoren dann irgendwelche Fässer Tanks Alles liegt einfach überall rum.

00:04:30: Krass und man denkt so poch Wie geht es hier wohl weiter?

00:04:37: Die Katastrophe hat vor fünf Jahren, jetzt ist der Jahrestag viele Menschen beschäftigt.

00:04:42: Nicht nur hier in den Weinregionen sondern bundesweit oder weltweit und das ist für uns jetzt mal ein Anlass zurück zu blicken wie das damals war und vor allem zu schauen wie's jetzt heute ist.

00:04:55: wir haben sich entwickelt.

00:05:01: Außerdem wollen wir wissen, wie sich die Weinberg in diesem Jahr entwickeln und dazu haben uns ein Gesprächspartner eingeladen.

00:05:07: Einen Zeitzeug möchte ich sagen.

00:05:11: Er war damals wirklich ein richtig junger Typ aber eben im Weingut mit seinem Vater und seinem Bruder involviert und mittlerweile voll drin.

00:05:20: Wir freuen uns, dass wir am Start haben Jan Lingen von der A, der uns heute Rede und Antwort steht und ein bisschen was erzählt.

00:05:27: Wie es jetzt fünf Jahre später an der A eigentlich weitergegangen ist?

00:05:30: Weiter geht!

00:05:31: Weiter geht ganz genau.

00:05:33: Jan, euer Weingut is in Bad Neuena-Aweiler.

00:05:36: Ihr seid ein klassischer Familienbetrieb bei der A. Stell dich und dein Betrieb doch mal kurz vor.

00:05:42: Ja ich bin der Jan Llingen vom Weinguttlingen.

00:05:45: Wir sind tatsächlich also ein kleiner Familienbetrieb hier an der an der A relativ häufig gibt, wirtschaften etwas mehr als sieben Hektariebfläche.

00:05:56: Das ist so der, ich sag mal, der A-Taler Familienweingutdurchschnitt.

00:06:01: Ja haben tatsächlich schon eine ziemlich lange Tradition auf die wird zurückgucken.

00:06:05: das ganze geht tatsächlich zurück bis ins Jahr fünftosundneunzig und dementsprechend ist also mein Papa heute die zehnte Generation die das Weingut führt und mit meinem Bruder und mir sind es die elfte Generation in den Startlöchern.

00:06:17: Habt ihr dein Bruder schon den Betrieb übernommen?

00:06:20: Oder seid ihr mit Papa gemeinsam in der Verantwortung, wie habt ihr euch da aktuell aufgestellt oder wie alt bist du eigentlich.

00:06:27: Ich bin vierundzwanzig.

00:06:29: Aktuell arbeiten wir wirklich Generationenübergreifen zusammen.

00:06:33: das klappt echt ziemlich gut.

00:06:35: also mein Bruder und ich haben dem Betrieb noch nicht übernomm'.

00:06:37: Noch ist der Papa am Papier der Chef.

00:06:41: Er steht noch gut im

00:06:42: Saft Das würde ihm gefallen wenn er das jetzt hört haben aber nach und nach wirklich schon Verantwortung übernommen.

00:06:48: Nicht zum Beispiel übernehmen die Kellerarbeiten, verantworten also den Weinoßbau und wachsen also in den Betrieb weiter rein.

00:07:01: Und ohne dass ich jetzt noch recherchiert hätte?

00:07:03: Ich nehme an, spätbegründende ist bei euch die vorherrschende Lebenssale.

00:07:08: Hätte das gedacht.

00:07:08: Ja, es richtig.

00:07:11: Hauptsächlich spät begründete im Anbau dazu dann andere Burgundersorten, vor allem Frühburgunder und Weißburgunder.

00:07:19: Ein bisschen Grauburgunder seit Seit Neuestem.

00:07:22: Ja das sind so die Haupttriebsorten von uns.

00:07:25: Ich glaube wenn wir nur spätburgunder rot machen würden würde es auch funktionieren aber sicherlich nicht mit den Vertriebswegen wie wir aktuell haben.

00:07:33: Wir sind ja an der A auch eine Tourismusregion Haben viele Wein-Events Und wenn man da jetzt nur mit Rotwein aufwarten würde gibt's glaube ich viele Leute gerne lieber Weißwänd trinken würden und um die zu bedienen, haben wir eben auch weißrebsorten.

00:07:47: Da kann man sich dann auch für die warmen Sommermonate ein bisschen ausweiten im Sortiment.

00:07:54: Wir wollen ja heute auch über

00:07:57: die

00:07:57: Flut sprechen, die sich jetzt zum fünften Maliert in der Nacht vom Vierzehnten auf den Fünfzehnten.

00:08:02: Juli, zwanzig war das?

00:08:04: Wenn ich richtig rechne, warst du da neunzehn?

00:08:07: Richtig!

00:08:09: Wie war das?

00:08:10: Kannst du uns vielleicht anfangen bei deinen Eindrucksschildern, wie hast du das wahrgenommen.

00:08:15: Ab wann hast du gemerkt, dass wird etwas größeres und nicht nur normales Hochwasser?

00:08:20: Ich nehme euch einfach mal mit fünf Jahre zurück.

00:08:23: Wie sah die Situation damals aus?

00:08:25: Wie ihr schon gesagt habt ich war neunzehn hat also im März mein Abi gemacht und war also gerade in Praktikum vor Praktikum für das Geisenheimer Studium dass ich dann im Oktober angefangen habe.

00:08:38: und ja mit Juli kamen eben ziemlich viel Regen vom Himmel runter.

00:08:44: Und dadurch, dass die A so gesehen die Eifel zum Teil entwässert oder das Wasser was in der Eifle runter kommt wird durch die A eben in den Rheingeführt und dadurch, daß es über eine große Fläche wirklich zuviel Wasser war ist also der Pegel der A ziemlich schnell und stark angeschrieben.

00:09:04: Wie schnell haben wir das hier bemerkt?

00:09:06: Eigentlich haben wir es wirklich viel zu spät bemerk, eigentlich erst als das Wasser auf der Straße stand und dann auch in den Keller gelaufen ist.

00:09:14: Vorher haben wir eigentlich immer gedacht ja gut, dass hat viel geregnet, das ist kein Problem.

00:09:20: man muss dazu sagen Wir sind an der Position wo wir jetzt unser Weingut haben seit über hundert Jahren also tatsächlich genau seit neunzehnundzwanzig Und hier war noch nie Wasser.

00:09:33: Also dementsprechend waren wieder wirklich gelassen, wurden in der Nacht aber eines besseren belehrt.

00:09:39: Das Ganze hat dann zum Höhepunkt geführt mit zwei Meter und acht Zehn im Erdgeschoss.

00:09:47: Und das war der Höchststand!

00:09:50: Du sagst jetzt in der nacht also seid ihr wach geworden?

00:09:54: Haben die Handys geklingelt?

00:09:55: oder weil ihr gemerkt habt irgendwie Wasser rauscht unter den Füßen?

00:09:59: An Schlaf war an der ganzen Nacht nicht zu denken, bis dahin waren wir tatsächlich unterwegs hier und haben geguckt was wir irgendwie noch retten können.

00:10:08: Haben irgendwelche Sachen hochgestellt im Rückblick alles Quatsch gewesen weil das Wasser höher kam als wir erwartet haben.

00:10:17: auch was man für Sachen dann greift Das sind Sekundenentscheidungen und ja am Ende lacht man darüber was man da mitgenommen hat.

00:10:26: Als das Wasser dann zum Höchststand kam, waren wir alle im ersten Obergeschoss mit trockenen Füßen da oben.

00:10:32: Und dementsprechend haben wir dann da oben gewartet bis das Wasser wieder abgeflossen ist.

00:10:37: Eure Gebäude, euer Weingutzgebäude wurde nicht komplett zerstört und der Flug mitgerissen was wir ja bei einigen auch gesehen hatten?

00:10:44: Also

00:10:44: das Gebäud hat in seinen Grundmauern überlebt.

00:10:47: allerdings war der Inhalt natürlich um gerade unser Keller, der halt wirklich auch ein Keller unter Tage ist.

00:10:52: Ist also dementsprechen komplett geflutet gewesen.

00:10:55: Die ganze Technik, Elektrik und Ilse-Aktanks waren zum Teil kaputt.

00:11:02: Waren zum Teil verbogen.

00:11:04: War

00:11:05: reparaturungsbedürftig.

00:11:08: Und das hat uns erst mal vor eine ziemliche Herausforderung gestellt.

00:11:11: Das

00:11:11: ist ja kein frisches Wasser, sondern das ist ja Treckwasser!

00:11:13: Also da ist ja auch nicht viel zu wiederzuverwenden wahrscheinlich danach oder?

00:11:17: Mit wem man den Tank sauber und gut isst...

00:11:20: Nee also so einfach war es nicht.

00:11:22: und dass wir uns tatsächlich von Anfang an klar, dass wir hier ziemlich viel Arbeit reinstecken müssen.

00:11:27: Zeitpunkt der Flugweite Mitte Juli ich sage mal ab Anfang September kommen die ersten Trauben bei uns in den Keller.

00:11:34: Wir haben also sechs sieben Wochen Zeit gehabt um aus einem Zustand, wo vierzig Zentimeter Schlamm im Keller steht und der Rest komplett versaut ist.

00:11:43: Technik kaputt irgendwie einen zustandenden Milieu herzustellen indem wir am Ende Lebensmittel Wein produzieren können.

00:11:51: Und ja das war ein ziemlicher Marathon, ein ziemischer Kraftakt.

00:11:57: Ich erst mal will ich heulen wenn ich das sehen würde.

00:12:00: Ich meine, so ein Wein ist ja jetzt auch nicht in zwei Tagen gemacht.

00:12:04: Diese ganze Arbeit die dann da auch über Jahre drinsteckt wenn man die Weinberge hegt und pflegt bis zur Ernte und das alles... Und dann rauscht es einfach so weg und davon.

00:12:13: Konntet ihr denn Weinflaschen?

00:12:14: Hattet ihr die da auch unten gelagert?

00:12:16: Könntet dir davon was retten oder...?

00:12:18: Ja also die Weinflashen lagern bei uns alle im Keller.

00:12:21: Die waren dementsprechend auch einmal schön verschlammt.

00:12:27: Das Gute war dadurch dass der Keller eben zugeblieben ist und nur das Wasser reingekommen ist, ist alles noch im Keller geblieben.

00:12:33: Also wir haben nicht den Fall gehabt dass wirklich Fässer weggeschwommen sind sondern die lagen alle schon auch im Keller genauso wie die Flaschen.

00:12:41: es war halt einfach nun riesen Chaos.

00:12:43: und ja wir mussten irgendwie sehen dass wir das alles wieder auf die Beine kriegen.

00:12:47: dazu kamen die Fässers die wir in der Nacht tatsächlich retten konnten zumindest zum großen Teil indem wir sie mit festen Silikonschöpfen verschlossen haben.

00:12:58: Vorher haben wir immer so kleine Geherspunde auf den Fässern drauf.

00:13:02: Und wenn man sich vorstellt, dass ein Geharspund irgendwie mit dem Fast durch die Gegenschwimmend fällt ab und das Fast läuft leer.

00:13:09: Wir haben es dann geschafft dadurch einen Großteil des zwanziger Jahrgangs der zu einem Zeitpunkt im Fast lag eben zu retten und hatten da auch in den Monaten danach Weine, die wir abfüllen konnten und verkaufen können.

00:13:23: Okay ganz wichtig nämlich Wenn hier auf einmal das ganze Gebäude im Prinzip in den Rohmauern steht, dann muss man erst mal irgendwie wieder ein bisschen Wein verkaufen um das auch finanziell stellen zu können.

00:13:36: Ja klar!

00:13:38: Also wo fängt man da an?

00:13:39: Man muss ja irgendwo neue Anschaffungen machen und erstmal investieren dafür

00:13:46: brauchen

00:13:46: Kohle.

00:13:47: Wenn ich es richtig im Kopf habe war einen Weinbaubetrieb nicht betroffen und alle anderen hatten durchaus massive Schäden bis hinzu ein bisschen zur kompletten Zerstörung der Räumlichkeiten und der Kellergebäude.

00:14:02: Das heißt, wenn ihr da jetzt am nächsten Tag überlegt habt so jetzt wir kümmern uns um unseren Keller und alles.

00:14:09: aber es war ja feucht das war warm

00:14:10: d.h.,

00:14:11: man muss den Weinbergen auch Aufmerksamkeit schenken.

00:14:15: wie ist das abgelaufen?

00:14:16: Da gab's glaube ich eine ziemlich große Solidaritätsaktion.

00:14:20: Ganz genau also Jahrgang XXI war auch weinbarlig gesehen kein einfacher Jahrgang.

00:14:25: hohe Pilsdruck durch die vielen Niederschläge eben auch, war warm.

00:14:29: Hatten wir eigentlich im Weinberg die Hände voll zu tun?

00:14:32: Gerade jetzt Mitte Juli, die Zeit, die wir aktuell haben das ist eine Zeit wo man ja dabei sein muss, wo man dran bleiben muss und wo man im Wein berg eigentlich schon die hände voll zutun hätte.

00:14:43: Durch so ne Flut verschiebt sich dann aber der Fokus ziemlich weil man erst mal sehen musste dass der Betrieb das Gebäude irgendwie wieder hergestellt werden kann sodass so gut wie keine Zeit mehr hatten, um selber in Weinberg zu gehen.

00:14:58: Und da kamen uns einfach eine wahnsinnige Solidarität zugute die uns wirklich die Arbeit im Weinberg erstmal vom Leib gehalten hat, die gesagt haben hier wir machen das jetzt, kam also aus ganz Deutschland hierhin mit ihren Mannschaften und ihren Maschinen auch und vor allem mit ihrem Know-how.

00:15:21: Also Winzerkollegen

00:15:24: Genau, genau.

00:15:25: Und die haben uns erst mal die ganze Weinbergsarbeit ja gerettet so dass wir am Ende Jahrgang einundzwanzig überhaupt ernten konnten.

00:15:35: Waren es dann eh gute Bekannte von euch oder waren da auch Leute am Start?

00:15:39: Wir hatten noch nie miteinander zu tun.

00:15:41: aber einfach geil das ihr am Start seid.

00:15:44: Also zum größten Teil war es tatsächlich auch einfach fremde Winzer wie wir gar nicht kannten.

00:15:49: Ja krass

00:15:50: Ganz lustig.

00:15:52: viele Kollegen sind als Fremde gekommen und heute haben wir guten Kontakt mit denen sind Freunde geworden, die wir also durch diese extreme schwere Zeit kennengelernt haben.

00:16:02: Und ja das sind einfach Freundschaften, die bleiben.

00:16:06: Das ist so gut weil man muss auch sagen da ging es auch nicht um irgendwie mal zwei Tage aushelfen?

00:16:12: Das hat sich ja...und ich habe mir auch gleichzeitig einen eigenen Betrieb dann auch.

00:16:17: Das finde ich sogar noch am unvorstellbarsten.

00:16:20: Das is ja eine Zeit wo auch die

00:16:22: genau

00:16:22: eigentlich in ihrer sensibelsten Phase gerade sind, wo die auch ihre Weinwerke pflegen sollten.

00:16:28: Und die entscheiden sich dann hier... Da sind Kollegen an der Ahr, die brauchen es gerade viel mehr!

00:16:32: Ich nehme jetzt hier, ziehe alles ab und fahre an die Ahr.

00:16:36: Also da habe ich heute noch größeren Respekt vor und muss wirklich sagen das sind wir immer noch sehr dankbar für.

00:16:42: Das kriegt man auf fast Gänsehaut finde ich, dass es da so ein Zusammenhalt gibt und schon Mitgefühl aber eben

00:16:49: auch

00:16:49: eine Bereitschaft ja?

00:16:51: gibt es ja nicht mehr unbedingt jetzt heutzutage so viel, dass Menschen nicht nach sich gucken.

00:16:57: Das

00:16:58: haben wir bis zu dem Zeitpunkt auch gedacht.

00:17:02: aber tatsächlich wohnen wir da eines Bessern belehrt.

00:17:05: und wie geht's euch jetzt?

00:17:08: Was ist denn in den fünf Jahren passiert?

00:17:09: Ich nehme an ihr habt euren Kellner dann renoviert du sitzt das sehen die Zuhörer nicht von der Innovinothek Stilig aus.

00:17:19: und neu ist es auch im Zuge der Renovierung entstanden.

00:17:23: oder gab's das schon vorher?

00:17:25: Nee, das ist nämlich der Punkt.

00:17:27: Wir und viele andere Betriebe an der Ahr haben das natürlich als schwere Zeit empfunden aber haben auch direkt

00:17:35: ich

00:17:35: trau mich langsam zu sagen auch eine positive Seite daran gesehen.

00:17:39: in dem Moment wo so ein Gebäude im Rohbau steht hat man natürlich auch ganz andere Möglichkeiten jetzt neu zu denken.

00:17:47: also wir haben Ab, ich sag mal ab

00:17:51: Tag

00:17:52: sieben.

00:17:53: Als dann so der erste grobe Schlamm und Dreck alles raus war wirklich überlegt okay wie machen wir weiter?

00:18:00: Dass wir weitermachen stand für uns eigentlich fast nie zur Debatte weil wir eben mit meinem Bruder und mir die nächste Generation da haben und gesagt haben hier wir machen das wenn es gut läuft fünfzig Jahre hier weiter Wir wollen auf jeden Fall aufbauen und uns neu machen

00:18:17: Aber dann an diesem Punkt, wenn ihr eh so nahe an der A liegt.

00:18:21: Das war das klar und wir bleiben hier.

00:18:23: oder gab es mal den Gedanken, wir müssen hier umziehen weil also Global Warming und die ganze Klimakrise, dass die Aussichten sehr jetzt nicht so, dass es viel besser wird?

00:18:33: Dass wir so nah an der Aligen... Also es sind immer noch dreihundert, dreihundertfünfzig Meter bis zum eigentlichen Verlustfall auf.

00:18:40: Deswegen haben wir uns nie eigentlich so eingeschätzt, dass wir jetzt hier in exponenter Lage für einen Hochmaster liegen.

00:18:46: Es gibt natürlich jetzt durch die Klimaveränderung.

00:18:50: Natürlich auch die Möglichkeit, was das häufiger passiert.

00:18:53: Wenn man in die Historie der Ahr guckt, nineteenhundert und zehn, achtzehnhundertundvier – das waren so die letzten großen Hochwasser also im Schnitt alle hundert Jahre – es gibt Forscher, die sagen, dass wird sicherlich durch die Klimaverhandlungen ein bisschen enger getaktet werden, ob's dann in der Schwere wiederkommt….

00:19:12: Das wissen wir nicht!

00:19:13: Das ist der Blick in die Klasgugel.

00:19:15: Wir haben für uns aber entschieden, dass das hier wirklich unser Heimat ist und der Ort an dem wir seit über hundert Jahren hier Wein machen.

00:19:24: Und deswegen haben wir gesagt, das ist der Ort, an dem auch wieder aufbauen wollen.

00:19:28: Natürlich haben sich aber dadurch erst die ganzen Möglichkeiten hier ergeben.

00:19:32: also ich sitze jetzt in einer neuen Vino-Tek.

00:19:36: Das war vorher einfach ein unattraktiver Lagerraum muss man sagen Und wir haben die Chance halt genutzt und haben die Funktion der Räume wirklich einmal umgedreht, haben aus dem Lagerraum eine Vino-Tek gemacht.

00:19:48: Und haben uns dadurch finde ich einfach auch für die Zukunft neu und besser aufgestellt muss man schon sagen.

00:19:56: Das Schöne ist das haben nicht nur wir so erlebt sondern auch viele Kollegen an der Ahr also sowohl Winzer als auch die Genossenschaften die jetzt da große neue Vino Teken planen und Gastronomen Hoteliers Hier an der A sind viele Chancen genutzt worden und ich freue mich über jede Gelegenheit, die neu aufmacht.

00:20:17: Auf jeden Fall ein großer Aufbruch zu spüren und so wie ich das wahrnehme auch eine andere... Ich will nicht sagen dass der Zusammenhalt zwischen den Winzern vorher nicht da war aber der ist auf jeden Fall nochmal enger geworden.

00:20:32: kann man das so sagen?

00:20:34: Auf jeden fall also der Zusammenhalt war vorher schon gut Dadurch, dass wir auch eine kleine Weinbarregion sind.

00:20:41: Also hier kennt jeder jeden... Es ist nicht weit verstreut das Tal also.

00:20:45: innerhalb von einer halben Stunde ist man wirklich vom äußersten Zipfel bis zum anderen Ende des Ahrteils gefahren.

00:20:51: Das fühlt natürlich zu einem wahnsinnigen Zusammenhalt und gerade wenn man so ein Schicksal wie die Fluten teilt Ist das natürlich noch enger geworden?

00:20:59: Also es gab dann so Krisengespräche Wie wir jetzt hier die Weinbecksarbeit organisieren großen Genossenschaftswinster, kleine Familienbetrieb VdP-Betriebe standen alle zusammen und haben gemeinsam irgendwie einen Plan gemacht wie wir das jetzt hier im Jahrgang ein zwanzig lösen.

00:21:17: Und auch dieser Zusammenhalt ist heute noch geblieben.

00:21:19: also wenn hier eine Maschine kaputt geht was nun mal passiert?

00:21:23: Haben so ne schöne WhatsApp Gruppe.

00:21:25: da steige ich rein hier.

00:21:27: Ich brauche jetzt unbedingt ein Traktor als Beispiel.

00:21:31: Das hat wirklich keine zehn Minuten gedauert.

00:21:34: Da hätte ich drei Traktoren hier am Hof gehen gehabt.

00:21:37: Hier, neben Ihnen bringen wir danach getankt zurück und es ist alles gut.

00:21:41: Das ist für mich ein wahnsinniger Zusammenhalt und ich bin sehr dankbar, dass man das hier so lebt.

00:21:48: Und seit der Touristenregion kommen die Touristen auch wieder mittlerweile?

00:21:54: Ja in jedem Fall!

00:21:57: Die A ist ja durch die geografische Lage ziemlich günstig gelegen zu so großen Zentren, so großen Zentren wo viele Leute wohnen.

00:22:06: Bonn, Köln, Düsseldorf und auch die Benelux-Länder haben es hier eigentlich mit am nächsten zu einer Weinbarregion.

00:22:13: das kommt uns wirklich zugute weil wir halt eben dadurch einen ziemlich guten Tagestourismus aber auch mittlerweile wieder ein starker Urlaubstourismus haben dass die Leute eben hinkommen zwei oder drei Tage manchmal eine Woche bleiben die Region erkunden in die Feste mitfeiern und das ist etwas was den ganzen Tal wirklich einen großen Auftrieb gibt.

00:22:34: Wurde auch schon von den Toten Hosen besungen, eine Herentour an die schöne Ahr älteren und er uns wenigstens erinnert.

00:22:42: aber auf jeden Fall ist die Ahr eine Reise wert.

00:22:45: das an der Stelle über vor kurzem auch da Fahrt hin Das ist wirklich wunderschön.

00:22:52: Wie ist es jetzt wenn man immer über den berühmten Flutwein spricht?

00:22:56: Ist es dann?

00:22:57: Sind das dann die Jahrgänge, die die Flut überlebt haben?

00:23:00: Wie du gesagt hast, ihr hattet den zwanziger Jahrgang da.

00:23:02: Oder ist der Flutwein in diesem Jahr einundzwanziger?

00:23:08: Also es gab ja diese große, groß aufgelegte Aktion flutweindeeh, bei der in kurzer Zeit wahnsinnig viele Flaschen Ahrwein verkauft worden sind zum guten Zweck so gesehen.

00:23:19: Das bezog sich damals alles auf die Jahr Gänge, heißt, das waren Jahrgänge zwanzig, neunzehn, teilweise achtzehn die noch im Verkauf waren.

00:23:34: Und das Geld was dadurch entstanden ist, was da durch eingenommen wurde, ist in Winzern und auch teilweise Projekten wie die ganze Region hier wirklich bereichern wirklich zugutgekommen.

00:23:43: also Das hat schon gut funktioniert.

00:23:47: Wo wir gerade von Jahrgängen sprechen der Jahrgang zwei tausend sechsundzwanzig ist auch schon kurz vor der Ernte einen kleinen Blick in den Weinberg werfen.

00:23:58: Wir haben heute, wir zeichnen am achten Juli auf.

00:24:02: Ich glaube bei uns hier in Rhein-Hessen der letzte Ergiebige... Ein Hessen.

00:24:06: und im Rheingau, Entschuldigung Lena!

00:24:08: Der letzte Ergiebigeregen ist schon ein paar Wochen her Und mit Theologen befürchten auch dass es noch ziemlich lange dauert bis man wieder richtig regnet.

00:24:17: Das ist auf jeden Fall ein Problem.

00:24:20: Wie ist das bei euch?

00:24:21: Wie ist die Lage an der A?

00:24:22: Was sieht's im Weinberg aus?

00:24:25: Also von der von Niederschlag, er sieht sehr ähnlich aus.

00:24:29: Wir haben auch ich weiß um ehrlich zu sein gar nicht mehr wirklich wann der letzte größere Regenschauer war.

00:24:34: das ist wirklich schon einige Wochen her.

00:24:36: dementsprechend wir haben ja an der Schieferböden die auch in nassen Jahren eigentlich für eine gute Drainage sorgen.

00:24:43: heißt dass Wasser läuft eigentlich schnell ab ist jetzt in trockenen jahren natürlich nicht gerade ein Vorteil weil sie eben noch mehr zu kämpfen haben.

00:24:52: Es ist aber ja so, dass wenn ein Weinberg erst mal ein paar Jahre im Bestand steht und seine Wurzeln ausgebildet hat, dann reichen die Wurzen wirklich ziemlich tief runter.

00:25:03: Wie tief?

00:25:03: Also man riecht

00:25:05: daran, sieben bis acht Meter tief in die Erde hat man meistens immer noch Fäuchigkeit.

00:25:12: also das klappt tatsächlich noch ganz gut, dass die sich mit Wasser versorgen können.

00:25:17: Wo es zum Problem wird, ist mit jungen Anlagen die wir in den letzten Jahren angelegt haben.

00:25:24: Die sie noch nicht geschafft haben so ein tiefes Wurzelwerk auszubilden.

00:25:27: Die sind aktuell wirklich stark am Kämpfen das muss man sagen.

00:25:32: Geht ihr damit Bewässerung ran oder seid ihr noch haltet erstmal die Füße still und beobachtet?

00:25:38: Wir unterscheiden da so'n bisschen vor allem bei Rebanlagen wo wir merken dass Sie zu kämpfen haben, Junganlagen gehen wir dann punktuell hin und bringen das von Hand da aus.

00:25:50: Also, dass ist ja an der A eben nicht so, dass wir dann im Traktor vorbeifahren können sondern gerade im Steilhagen müssen wir mit Schlauchleitungen da arbeiten.

00:25:59: Das ist natürlich wahnsinnig beschwerlich.

00:26:01: deswegen sind wir da auch vorsichtig und machen das wirklich nur um äußersten Notfall.

00:26:06: Es gibt zwar die Möglichkeit eine Schlauchtleitung direkt fest zu installieren.

00:26:11: Da bin ich persönlich aber ehrlich gesagt kein Freund davon weil die Schlautleitung wird ja dann nach fünf Jahren, wenn die Rebemateswurzelwerk ausgebildet hat, den nicht rausgenommen.

00:26:22: Also sie bleibt dann langfristig im Weinberg drin und ich bin eigentlich der Meinung dass die Rebe das ab einem bestimmten Punkt auch selber schaffen muss und das schaffen Sie eigentlich auch.

00:26:32: deswegen machen wir das wirklich nur punktuell mit einer Schlauchleitung ist zwar eine schwere Arbeit aber um die Reben zu retten Ja gehen wir das gerne ein.

00:26:43: Das heißt, das ist jetzt so was ihr Moment macht.

00:26:45: oder gibt es noch andere Dinge die im Moment ablaufen und irgendwie Laubarbeiten?

00:26:50: Genau.

00:26:51: Laubarbeiten ist gerade ein großes Thema.

00:26:52: wir fangen in den Speziallagen also in den früheren Früherreifen lagen auch schon an beim Traubenteilen.

00:27:00: ganz wichtig wenn man das

00:27:02: müsstest du mal erklären genau.

00:27:04: doch

00:27:04: ist das

00:27:05: warum traubenteil?

00:27:07: Ja, klingt erst mal unlogisch.

00:27:09: Dass man so gesehen Ertrag auf die Erde schneidet wenn man aber hochwertige Rotweine machen möchte ist das eigentlich unumgänglich dadurch dass man die Traube so gesehen halbiert.

00:27:19: Warte, Traube oder Bäre?

00:27:21: Nee, die Trauben an sich in dem Moment wo man die nämlich halbieren geht.

00:27:27: also ja die Kraft diese Rebe hat nicht mehr in diese ganze Traube sondern nur noch in die Halbe und dadurch werden die Weine deutlich Kraftvoller, extraktreicher.

00:27:38: Kriegen einfach viel mehr aromatische Dichte auch und das ist am Ende das wo wir an der Brotfeiner auch hin wollen.

00:27:44: Ist natürlich ein ziemlicher Aufwand.

00:27:46: man geht im Sommer durch jeden Walmberg dann durch den man eben halbieren möchte und liest so gesehen ja einmal vor.

00:27:54: Man nimmt also Trauben wirklich hin und schneidet die auf die Erde Und das is'n Aufwand der Ja.

00:28:03: Oder ist es immer das Thema Qualität, was da mit rein spielt und man denkt ich weiß ja wofür ich's mache.

00:28:09: Die brauche ich jetzt eh nicht mehr.

00:28:12: also Da kommt mir ganz auf den auf demjenigen an der da abschneidet.

00:28:17: Es gibt Leute die machen das wirklich mit einem weinen Herzen.

00:28:20: Ich muss sagen ich habe da Immer die Vision vor Augen und denke wenn ich davon eine höhere Weinkwalität habe dann nehme ich das auch gerne in Kauf.

00:28:28: Und Ja am Ende hat man einfach ein wahnsinnig Qualitativen Brotwein und das ist ja nicht das, was man haben will.

00:28:38: Bleiben die dann eigentlich einfach auf dem Boden liegen oder?

00:28:41: Die bleiben da noch im Boden liegen, ja.

00:28:44: Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür.

00:28:46: wenn jemand fragt der wieso ist der Wein jetzt teurer als der Wein?

00:28:50: Ja ihr habt Ertrag sozusagen weggeworfen Und ihr habt den Riesenaufwand dass er durch die Weinberge läuft.

00:29:00: Das ist im Prinzip wie bei der Weinlese, wir müssen jede Trau in die Hand nehmen.

00:29:03: Also das ist dann auch ein Grund wenn ein Wein vielleicht ein paar Euro mehr kostet aber man schmeckt den Unterschied.

00:29:11: In jedem Fall und deswegen sagen wir auch dass lohnt sich.

00:29:16: Wer hat vielleicht doch was für meine vier Rebstöcke im Garten?

00:29:19: Aber das ist schon mal überlegen.

00:29:23: Wann geht die Weile los?

00:29:26: Ich habe auch vier!

00:29:31: Wenn Hessen und Rheingau, das wird von den Behörden

00:29:34: nicht gebundet.

00:29:37: Dann geht in die Weinlese los.

00:29:38: Jan, hast du schon eine Schätzung?

00:29:42: Also aktuell rechnen wir mit einem sehr frühen Herbst.

00:29:44: Wir haben auch im letzten Jahr gerade mit Frühbeugunder schon im August angefangen.

00:29:49: Ende August, ich meine es war der

00:29:50: XXIII.,

00:29:52: wenn's so weitergeht wie es aktuell aussieht heißt wenig Niederschlag und weiterhin so warm könnten wir das theoretisch so noch toppen.

00:29:59: Also es wird ein sehr früher Herbst, auch im Spätburgunder würde es dann schon früher losgehen und das hängt jetzt alles damit zusammen wie die Witterung ist.

00:30:07: Natürlich kann man jetzt aktuell noch nicht... Man kann ja nicht in die Glasgerutsche schauen, man kann nicht sagen wie das Letter

00:30:14: bis

00:30:14: September wird.

00:30:15: aber wenn's so bleibt wie es aktuell aussieht, dann wirds auf jeden Fall einen sehr frühen Herbst.

00:30:20: Das heißt ihr startet mit dem Frühburgunder.

00:30:25: Ja, ganz

00:30:26: genau.

00:30:26: Also Frühburgunder hat den Namen daher, dass er ungefähr zwei Wochen früher reif ist als der Spätburgunder.

00:30:31: Das merkt man tatsächlich dann in der Lese.

00:30:33: Trauben werden früher rot und die Trauben wären früher auch weich.

00:30:38: Und aromatisch ist der Frühburgunter einfach zwei Wochen früher dran als der Spekburgunder?

00:30:43: Das kann man schon so sagen ja.

00:30:45: Sag mal wir haben jetzt von der A gesprochen als Tal.

00:30:49: Ihr habt da gar nicht die Möglichkeit mit Maschinen zu arbeiten, sondern es ist wirklich alles Handarbeit?

00:30:56: Zum großen Teil ist das Handarbeit.

00:30:57: Es gibt da zwar auch Maschinraupenfahrzeuge, die auch in Steillagen arbeiten können.

00:31:03: Die nehmen uns dann so arbeiten wie Bodenbearbeitung ab und vielleicht aus einem Laubschnitt ab.

00:31:08: Aber es gibt an der A- und auch ja an der Mosel oder auch in Württemberg immer noch Weinwerke, die sind in Terrassen angelegt Und in diesen Terrassen ist es wirklich unumgänglich, dass man da alles von Hand macht.

00:31:20: Weil eine Maschine einfach auf so eine Terrasse nicht draufgangt.

00:31:23: Das ist natürlich wahnsinnig Arbeitsintensiv Zeitintensif Aber am Ende sind das Lagen die unsere Heimat unserer Region hier auch einmal formen.

00:31:37: Also wenn man auf die A guckt Wenn man an die A denkt dann hat man immer diese schöne Blick vom steilen Tal mit Terrassenlagen und das gilt's auf jeden Fall zu erhalten.

00:31:46: Das sollte sich jeder einmal in seinem Leben angucken.

00:31:49: Wie wenn heute jemand an die Ahr käme, der schon seit längerem nicht mehr da war?

00:31:54: Was wird es ihm als erstes zeigen?

00:31:58: Was würde man dem am besten zeigen?

00:32:01: Ich glaube

00:32:02: ich würde tatsächlich so eine Terrassenlage mal zeigen.

00:32:05: Am besten würde ich ihn mitnehmen in diesen Terrassenweinbau um zu gucken.

00:32:10: was denkt er jetzt darüber?

00:32:12: Wir haben viele Kunden an der Ahr, die im ersten Mal vielleicht stutzig sind warum hier die Flasche weinen mindestens zehn Euro kostet.

00:32:19: Das ist so die Hausnummer, die mindestens für eine Flasche Arweinen investieren muss.

00:32:24: Wenn aber die Leute dann mal mit uns im Stall angestanden haben Dann wird auf einmal dieses Verständnis dafür ganz anders klar weil es eben arbeitsintensiver ist.

00:32:32: Im nächsten Schritt würde ich ihm natürlich hier Eine dieser neuen Vino-Täken zeigen Die sich eben durch diese Flutkatastrophe erst ergeben haben.

00:32:41: und ja Danach geht's zu einem guten Glas Wein in die neu aufgemachten Gastronomien.

00:32:47: Nach Hause fahren muss man da auch nicht mehr, danach geht es dann in die eine unserer Ferienwohnungen zum Schlafen.

00:32:52: und ja ich glaube dann ist der Tag an der A wirklich rund.

00:32:58: Okay ich glaube ich komme vorbei.

00:33:00: Sehr gut!

00:33:02: Ja vielen Dank fürs Gespräch für die Zeit alles Gute für den anstehenden Jahrgang oder für die anstehnende Weinlese.

00:33:11: Danke für deine persönliche Geschichte auch.

00:33:13: Ja gerne.

00:33:15: Also bis

00:33:15: dann an der

00:33:17: Danke, tschüss!

00:33:20: Also eins müssen wir an dieser Stelle noch mal ein bisschen aufklären vielleicht.

00:33:24: Denn nicht jeder ist mit dem Winzer-Jaggon so betraut wie wir.

00:33:28: Der Jan hat jetzt die ganze Zeit vom Herbst gesprochen wenn der Herbst ansteht und dann spricht er vom Herbst und auf einmal von August in der Weinbranche oder beziehungsweise bei den weinbaulichen Betrieben Wenn es losgeht mit der Weinernte Da sprich man ja nicht von der Jahreszeit Herbst, sondern der Herbst ist der Moment, in dem die Weinlese losgeht und im Prinzip das Weinjahr startet.

00:33:52: Weil früher in der guten alten Zeit die Weinlese im Herbst stattfand und nicht irgendwie im Hochsommer?

00:33:59: Ja es hatten wir das letzte Mal schon thematisiert, ne dass ich gesagt habe hier erinnere mich als ich mit vierzehn.

00:34:03: So wie erst mal bei der Weinlesse war und wir haben gefroren Schalmütze, warme Handschuhe und dann nach den Herbst-Fame wieder zurück in die Schule Und jetzt ist halt dreißig Grad im Sommer.

00:34:16: Ja, wir hatten auch schon mal einen Podcast zu dem Thema Klima und anhand des Lesebeginns in den letzten dreizig-vierzig-fünfzig Jahren der immer weiter Richtung Richtung Sommer rückt sieht man das wird wärmer hierzulande

00:34:34: Aber hallo!

00:34:37: Also... Das war Jan Lingen unser Gesprächspartner von AR.

00:34:42: Wollen

00:34:43: wir seine Homepage noch mal sagen?

00:34:45: Wo können wir Infos finden.

00:34:45: Ich glaube, er hat auch einen Online-Shop für Wein.

00:34:47: Ja, online-Shops.

00:34:48: Wir haben gestern im Zimmer gehört.

00:34:51: Das ist Weingut Peterlingen in Bad Neuen AAweiler und es zu finden unter weingutminuslingen.de im weltweiten Web

00:35:01: Und ganz schön was er uns eben auch noch erzählt hat dass ja viele junge Leute das als Chance ergriffen haben richtig viel Neugastronomie entstanden ist.

00:35:14: Also man kann jetzt wirklich nicht nur eine Genusstour im Sinne des Weins machen, sondern auch richtig gut essen gehen.

00:35:22: Und wer sich auf so einer Genuss-Tour an der A... Achtung, Überleitung!

00:35:27: Wer sich auf eine Genusstour an den A vorbereiten will?

00:35:32: Der kann ja einen Seminar belegen zum Beispiel beim Deutschen Wahieninstitut und zum Beispiel am einundzwanzigsten August.

00:35:40: Da ist nämlich hier in Bodenheim, in Rhein-Hessen, wo unser Headquarter ist sozusagen das Weingenießersaminar.

00:35:48: da gibt es noch Plätze.

00:35:50: Das beinhaltet generell Grundlegendes zum Thema Wein, Weinbereitung, Weinbau in Deutschland Sensorik und es gibt natürlich auch eine kulinarische Weinprobe.

00:36:00: Und das Ganze findet am ein und zwanzigste August statt von zehn bis abends.

00:36:07: Wer da noch eins draufsetzen will, der kann am Folgetag beim Degustations-Seminar teilnehmen.

00:36:12: Da geht es nämlich richtig nochmal vertiefend ins Thema Sensorik.

00:36:15: Da kann man auch jede Menge Weine probieren und es gibt eine kulinarische Weinprobe.

00:36:20: also für jeden, der sich da ein bisschen fortbilden will.

00:36:23: Herzlich willkommen!

00:36:25: Infos da... Das sind

00:36:25: richtig super Seminare.

00:36:26: Also wir haben ja fast alle Mitarbeiterinnen beim DVR, die das Seminar ja auch mal vielleicht nicht belegt und es macht richtig Spaß.

00:36:34: Wir haben da super Kolleginnen und Kollegen am Start höchst professionell machen, aber gleichzeitig so niedrigschwellig dass es nicht anstrengend ist.

00:36:42: Sondern es macht richtig viel Spaß und dann kommt er raus und hat viel gelernt und fühlt sich wie der nächste sommelier.

00:36:49: Professioneller wird dennoch mit dem der nötigen Unterhaltung und Spaß an der Sache.

00:36:54: das ist wichtig.

00:36:56: Und wenn dann abends der Frank Brunswick noch kocht, dann

00:37:02: gut

00:37:03: den ihr an der Stelle auch schon das ein oder andere Mal gehört haben solltet.

00:37:08: Wir packen einen Link in die Show Notes, was gibt es sonst noch Neues?

00:37:11: Wir haben den Fachhandelspreis ausgeschrieben.

00:37:13: Das betrifft jetzt tatsächlich Profis aus dem Fachhandel.

00:37:16: Den veranstalten wir hier bisher zusammen mit Wein und Markt Und der ist jetzt ausgeschritten Link ebenfalls in den Show Notes.

00:37:23: Und außerdem läuft unser Gewinnspiel weiter.

00:37:25: Wer eine Flasche Wein oder ein Glaswein im Fachhandler der Gastronomie kauft, kann seinen Beleg einreichen und kann dann einen sechser Weinpaket gewinnen.

00:37:36: Ganz einfach!

00:37:37: Einfach?

00:37:37: Ich kann bundesweit in einen Weinfachhandel gehen und bein einkaufen.

00:37:42: Zwittung aufheben hochladen.

00:37:44: Theoretisch ja aber du nicht weil Du bist Mitarbeiterin des Deutschen Weinestudes.

00:37:48: die sind von der Teilnahme ausgeschlossen Aber jeder andere oder jede andere kann.

00:37:52: das ist relativ einfach.

00:37:54: auch da packen wir euch einen Link in die Schuhrnoten.

00:37:57: das ganze findet man unter www.deinemmoment.

00:38:02: Das

00:38:03: war's für heute, mein Lieber.

00:38:05: Bis zur nächsten Folge!

00:38:06: Wir freuen uns wenn ihr reinhört, abonniert und liked.

00:38:12: Bis zum nächsten Mal, danke fürs Zuhören.

00:38:13: Tschüss!

00:38:21: Wird die Sehnsucht

00:38:29: groß?

00:38:33: Na,

00:38:34: weil die sind jetzt auch mittlerweile im Rentenalter.

00:38:36: Die toten Hosen glaube ich.

00:38:38: Sind die älter als du?

00:38:40: Ich bin ja noch nicht im Rentennalter.

00:38:42: Sonst wäre ich nicht hier!

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